Wohnstallhaus

Im Zuge der Voruntersuchung eines Kleinbauernhofes wird neben der gesamten Baukonstruktion auch das Dachwerk untersucht.

Das ehemals strohgedeckte Dach des historischen Wohnstallhauses zeigt einige sehr interessante Besonderheiten: die Firstpfette liegt auf zwei Scherenbindern auf Kante (schräg), die Längsaussteifung in Binderebene besteht aus Andreaskreuzen, die über die gesamte Höhe des Daches verlaufen. Die Rofen liegen weit außerhalb, da die Pfetten auf auskragenden Spangen der Binder aufliegen.

Dendrochronologisch konnten zwei Hauptbauphasen bestätigt werden, das ursprüngliche Dachwerk datiert um 1760, der Umbau von einem Schopfwalmdach zu einem Satteldach erfolgte um 1850.

 

Fotografisch aufgrund der Größe nicht ganz einfach festzuhalten:
im Hintergrund ist der Scherenbinder mit schräger Firstpfette zu sehen
rechts ein mächtiges Andreaskreuz

 

Anhand von solchen Bohrkernen, die mit einem Spezialbohrer entnommen werden, kann anhand der Abfolge der Jahresringe in einem Labor sehr genau das Fälldatum eines Baumes bestimmt werden.